Wer unterweist eigentlich Vorgesetzte?...
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Wer unterweist eigentlich Vorgesetzte?

projektpraesentation_schreibtisch.jpg Gesetze und Berufsgenossenschaftliche Regeln fordern an vielen Stellen vom Unternehmer, seine Mitarbeiter regelmäßig in Bezug auf Sicherheit und Gesundheitsschutz während der Arbeit zu unter- weisen. Das trifft auch für Führungskräfte zu.

Wenn es um die Beschäftigten im Allgemeinen geht, gehören dazu u. a. die richtige Erledigung von Arbeitsprozessen sowie Anwendung der Ar- beitsmittel. Auch wären beispielsweise Maßnahmen zu Gefahrenver- meidung und Unfallverhütung in Unterweisungen einzubeziehen.

Meist führen Vorgesetzte im Unternehmen die Unterweisungen durch. Doch sie sind nicht selten auch unsicher. Denn sie wissen nicht genau, was sie vermitteln müssen und wie sie das Vermittelte rechtssicher dokumentieren sollen.

Unterweisung von Führungskräften ist Pflicht!

Arbeitgeber sind grundsätzlich durch § 12 Arbeitsschutzgesetz dazu ver- pflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Mitarbeiter durch die Arbeit keinen gesundheitlichen Schaden nehmen können. Das bezieht auch Führungs- kräfte mit ein. Lediglich der Unternehmer und ihm gleichgestellte Geschäftsführer sind von der Pflicht, unterwiesen zu werden, ausgenommen.

Anlässe, bei denen Sie unterweisen müssen

Zu welchen Anlässen der Unternehmer Unterweisungen durchführen muss, ist klar geregelt. Dazu gehören:

■ Neueinstellung von Mitarbeitern – also auch Führungskräften – vor der Arbeitsaufnahme

■ vor der Arbeitsaufnahme bei geänderten Arbeitsabläufen

■ regelmäßig wiederkehrend, mindestens jährlich (§ 4 BGV A1)

■ bei besonderen Anlässen wie Versetzung, Veränderungen im Aufgaben- bereich, Einführung neuer Arbeitsmittel sowie nach Unfällen oder Beinahe-Unfällen

Unterweisung ist Wissensvermittlung

Die grundsätzliche Verantwortung für die Durchführung von Unterweisun- gen liegt zwar beim Unternehmer, aber in der Regel wird die Verantwor- tung für die Erledigung vom Unternehmer auf seine Führungskräfte über- tragen. Denn in Ihrer Stellung als Vorgesetzter dürfen Sie den Mitarbei- tern ja Weisungen erteilen.

Als Unterweisende müssen Ihre Führungskräfte aber eben auch über die erforderliche Sach- und Fachkenntnis verfügen. Ohne diese Kenntnis der Arbeitsprozesse können sie sonst keine sachgerechte Unterweisung durchführen.

Die Konsequenz für den Unternehmer ist klar: Er muss für seine Führungs- kräfte eine eigene Unterweisung organisieren. Eine Unterweisung, in der den leitenden Mitarbeitern erklärt wird,

■ wie die relevanten Arbeitsprozesse im Unternehmen funktionieren,

■ wie und woran er Gefährdungen erkennt und wie er diesen begegnen kann,

■ auf welche Weise er seinen Mitarbeitern beispielsweise aufgaben- und gefährdungsbezogene Informationen weitergeben kann.

Sie merken sicherlich, dass ich diese Liste noch endlos fortsetzen könnte, denn die Unterweisung ist die tätigkeits- und handlungsbezogene Ver- mittlung von Wissen über mögliche Gefahren am Arbeitsplatz, sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten sowie Schutzmaßnahmen. Führungskräfte müssen ihrerseits in die Lage versetzt werden, dieses Wissen zu erlangen und weiterzugeben.

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