So gewährleisten Sie einen sicheren innerbetr...
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So gewährleisten Sie einen sicheren innerbetrieblichen Transport mit Flurförderzeugen

gabelstapler_mit_kiste.jpg Flurförderzeuge ermöglichen bei jeder Gelegenheit eine schnelle und reibungslose Beförderung von Lasten. In einem von mir betreuten Unternehmen sind Tag für Tag rund 50 Stapler unterwegs. Sie entlasten Mitarbeiter beim Heben und Tragen von Lasten und sollen so eigentlich zu deren Gesund- erhaltung beitragen. Bei ihrem Einsatz kommt es jedoch immer wieder zu schweren Unfällen mit Verletzten und Toten. Meist ist die Ursache, dass Fahrzeugführer und Mitarbeiter die entstehenden Kräfte und die daraus resultierenden Gefahren unterschätzen. Fehlverhalten, mangelnde Aus- bildung und Erfahrung tun ein Übriges dazu. Daher sind die Fahrer von Flurförderzeugen z. B. auch eine wichtige Zielgruppe der Präventions- kampagne „Risiko raus!“ der Unfallversicherungsträger.

2 Beispiele aus der letzten Woche: Beim Begehen einer Werkshalle fährt mir zunächst ein Gabelstapler über den Weg. Ungewöhnlich dabei war, dass der Stapler einen Beifahrer hatte. Angehalten und darauf ange- sprochen gaben Fahrer und Beifahrer unumwunden zu, dass ihr Verhalten nicht richtig und gefährlich sei. Aber man habe es ja eben eilig …

Wenige Meter weiter überholt mich ein Mitarbeiter stehend fahrend auf einem elektrisch betriebenen Palettenhubwagen (Elektroameise). Ebenfalls angehalten und befragt, teilte er mir mit, dass er doch keine
Zeit für seine Arbeit habe. Daraufhin angesprochen, dass er das nicht dürfe, weil es eben gefährlich sei, entgegnete er, dass ihm das noch keiner gesagt habe. Nach einem kurzen Gespräch war er aber einsichtig.

Gute Organisation ist die halbe Miete

Jeder Transportablauf wird durch die 3 Elemente Transportgut, Transport- weg und Transportmittel bestimmt. Alle 3 Elemente können einzeln, aber auch in ihrem Zusammenwirken zu Gefährdungen und Belastungen führen. Nur wenn Sie alle 3 Elemente vernünftig organisieren, erreichen Sie einen guten Materialfluss und ein hohes Maß an Arbeitssicherheit.

Bei Maschinen wäre das Grundprinzip, den Beschäftigten zu seinem Schutz von den Gefahren der Maschine zu trennen. Beim Transport geht das nicht. Der Mensch ist immer mit im Spiel, ob als Fahrer des Staplers oder beim Ziehen der Ameise.

Los geht es also bei der Einstellung und Auswahl der Mitarbeiter. Nicht jeder Mitarbeiter ist für den Umgang mit Staplern und anderen Lasten- beförderungsmitteln geeignet. Das berufsgenossenschaftliche Regelwerk BGG 925 gibt dazu hilfreiche Hinweise. Danach gilt:

■ Staplerfahrer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Im Rahmen ihrer Berufsausbildung dürfen Jugendliche unter 18 Jahren Flurförderzeuge aber steuern, wenn dies unter fachlicher Aufsicht erfolgt und der Ausbil- dung dient.

Achten Sie darauf, dass der Aufsichtführende und die Dauer der Ausbildung schriftlich festgelegt sind. Die Ausbildung soll nach BGG 925 eine Dauer von 3 Monaten nicht überschreiten.

■ Die körperliche Eignung ist festzustellen. Dazu gehören die Sehfähigkeit (Sehschärfe, räumliches Sehvermögen, seitliches Gesichtsfeld), Hörver- mögen, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit.

Zwar sieht die ArbMedVV keine Pflichtuntersuchung für Staplerfahrer mehr vor. Die arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem Grundsatz G25 „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ hilft Ihnen hier aber nach wie vor weiter.

Als bei einer Berufsgenossenschaft versicherter Betrieb sind Sie nach SGB VII und BGV A1 verpfl ichtet, die Regelwerke der Unfallversicherungsträger in Ihrem Betrieb anzuwenden. Man könnte sagen, diese Regelwerke sind die Versicherungsbedingungen der Berufsgenossenschaften. In der Durchführungsanweisung zu § 7 der BGV D27 „Flurförderfahrzeuge“ werden Sie gehalten, die arbeitsmedizinische Untersuchung nach dem Grundsatz G25 im Zuge des Eignungsnachweises anzuwenden.

Die Kosten für die Untersuchung nach G25 dürfen nicht mit den Kosten der arbeitsmedizinischen Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 verrechnet, son- dern müssen mit dem untersuchenden Arbeitsmediziner direkt abgerech- net werden.

■ Sie müssen Personen einsetzen, die das notwendige Maß an Verständ- nis für technische und physikalische Zusammenhänge aufbringen. Sie müssen Signale erlernen, umsetzen und anwenden können. Das können Sie durch eine Ausbildung nach dem BGG 925 und erfolgter Prüfung sicher- stellen.

■ Und nicht zuletzt müssen Staplerfahrer auch zuverlässig und verantwor- tungsbewusst sein und umsichtig handeln. Das können Sie und Ihre Kollegen am besten beurteilen.

Ohne Regeln geht es nicht

Grundsätzlich gilt, dass die Fahrzeuge nur von schriftlich beauftragten Personen gefahren werden dürfen. Das gilt auch für Mitgänger-Flurförder-zeuge, etwa Hand-, Elektro- oder Deichselhubwagen. Der Fahrer ist für die sichere Fahrweise und Handhabung sowie die professionell gesicherte Ladung verantwortlich. Er trägt selbstverständlich auch Sicherheits- schuhe.

Für die Benutzung von Flurförderzeugen müssen Sie eine Betriebsanwei- sung erlassen, die Sie auch als Grundlage für Ihre Unterweisung benut- zen. Denn es reicht nicht aus, einen Mitarbeiter bei einem Bildungsträger einen „Staplerschein“ machen zu lassen. Sie müssen diesen Mitarbeiter auf die im Betrieb vorhandenen Fahrzeuge unterweisen (lassen) und ihm die innerbetrieblichen Regeln (Betriebsanweisung) vermitteln.

Eine Musterbetriebsanweisung halten wir für Sie unter www.bwr-media.de zum Download bereit. Grundlage für Ihre Betriebsanwei- sung ist natürlich wie immer Ihre Gefährdungsbeurteilung.

Die Beförderung von Personen (s. o.) ist nur auf hierfür besonders ausge- rüsteten Flurförderzeugen erlaubt. Stapler, die dafür geeignet sind, haben einen Beifahrersitz mit Rückhalteeinrichtung. Werden Personen in einem speziellen, dafür vorgesehenen Korb hochgefahren, sind besondere Be- dingungen (§ 26 BGV D27) zu beachten:

■ Grundsätzlich dürfen Sie nur einen Stapler mit ausreichender Tragfähig- keit einsetzen.

■ Die Arbeitsbühne muss mit dem Stapler so verbunden sein, dass sie nicht unbeabsichtigt während des Personentransportes von den Gabel- zinken rutschen kann. Achten Sie darauf, dass die Arretierungsbolzen auf beiden Seiten richtig eingeschoben und mit einem Sicherungsstift ge- sichert sind.

■ Auf der Seite des Korbs, der der Hubeinrichtung zugewandt ist, muss sich ein mindestens 180 cm hoher Schutz (in der Regel ein engmaschiges Gitter) befinden, welcher einen Eingriff in die Hubmechanik sowie des Anstoßen von Personen an der Decke/einem Hindernis verhindert.

■ Eine Umwehrung von mindestens 100 cm mit Knie- und Fußleiste ist obligatorisch. Sie darf nicht aus Seilen oder Ketten bestehen.

■ Solange sich Personen im angehobenen Korb aufhalten, darf der Stapler nicht verfahren werden (ausgenommen Feinjustierung). Der Fahrer darf seinen Platz nicht verlassen.

■ Zwischen Fahrer und Personen im Korb muss eine ausreichende Ver- ständigungsmöglichkeit bestehen.

■ Es ist nicht erlaubt, die Arbeitsfläche – etwa durch zusätzlichen Einsatz von Leitern – zu erhöhen oder sich aus dem Korb herauszulehnen.

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