So gelangen Sie in 10 Schritten zum Qualitäts...
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So gelangen Sie in 10 Schritten zum Qualitätsplan

bauplaene_lupe_rechner.jpg Das “House of Quality” ist eine vortreffliche Methode zum Ausrichten der Produktmerkmale an die tatsäch- lichen Kundenanforderungen. Es ist flexibel genug auf sich ändernde Ansprüche zu reagieren und die entsprechende Änderungen auf den Weg zu brin- gen. Es ist ein wertvolles Werkzeug ihre Produkt- entscheidungen maßgeblich zu erleichtern.

Schritt 1: Was will der Kunde?

Der erste Schritt heißt: Kundenanforderungen ermitteln und in Begriffe fassen. Das ist oft schwierig. Beim Kunden spielen neben bewussten auch unbewusste Erwartungen eine Rolle, die er oft selbst nicht klar formulier- en kann. Setzen Sie neben Kundenbefragungen auch Marktanalysen, Händlerhinweise und eventuell die Ergebnisse eines professionellen Marktforschungsinstituts als Ermittlungsmethoden ein.

Wichtig ist, die oft vagen Aussagen der Kunden in treffende und nach Möglichkeit messbare Kundenanforderungen zu übersetzen.

Durch Kundenbefragung und Rückmeldungen haben Sie ermittelt, dass die Kunden folgende Anforderungen an eine Stanzmaschine stellen: Sie soll Blechteile in nur einem Durchgang komplett bear- beiten können. Außerdem soll sie für mehrere Blechteile und Teile- familien vorgerüstet werden können, um die Umrüstzeiten der einzelnen Werkzeuge auf ein Minimum zu reduzieren. Diese Anfor- derungen tragen Sie dann in eine vorbereitete Tabelle ein.

Schritt 2: Gewichten Sie die Kundenanforderungen

Nicht alle Anforderungen haben für Ihre Kunden die gleiche Bedeutung. Aus den Kundenbefragungen und -gesprächen haben Sie erfahren, welche Anforderungen für die Kunden besonders wichtig sind. Bewerten Sie die Anforderungen auf einer Skala von 1 (unwichtig) bis 10 (sehr wichtig). Hier geht es darum, wie Sie Produktmerkmale festlegen und die Beziehungen zwischen ihnen und den Kundenanforderungen festlegen.

Je sorgfältiger Sie in Schritt 1 und 2 arbeiten, desto einfacher haben Sie es in den folgenden Schritten. Denn hier legen Sie die Grund- lage.

Schritt 3: Legen Sie die wichtigsten Produktmerkmale fest

In diesem Schritt ist das Ingenieurwissen im Projektteam gefragt: Mit welchen technischen Merkmalen (wie) können die Kundenanforderungen (was) erfüllt werden? Durch Ihre eigenen Entwicklungsanstrengungen und durch die Analyse der Konkurrenzprodukte haben Sie einen guten Überblick bekommen. Legen Sie auf dieser Basis die wichtigsten Produkt- merkmale fest.

hoq.jpg

Das HoQ ist ein Werkzeug zur gezielten Umsetzung der Kundenwünsche in technische Spezifikationen. Wie jedes Haus besteht auch das Quali- tätshaus aus einzelnen Zimmern, die nacheinander gefüllt werden.

Dieses Haus beantwortet systematisch die Fragen der Kundenanfor- derungen (1), Wettbewerbsvergleiche (4) bis hin zur technischen Spezi- fikation der Zielwerte. Durch das QFD erhalten Sie einen technischen Vergleich des geplanten Produkts aus Sicht des Kunden mit Wettbewerbs- produkten (10).

Schritt 4: Lassen Sie das Produkt durch den Kunden bewerten

Eine von Ihnen ausgewählte Kundengruppe beurteilt Ihr vorhandenes Produkt oder das Konzept der Maschine/Dienstleistung im Vergleich mit relevanten Konkurrenzprodukten. Wählen Sie dazu solche Produkte aus, die in ihrem Funktionsumfang und Preis auf das Marktsegment abzielen, das auch von Ihnen ins Auge gefasst wird. Zentrales Kriterium der Bewer- tung ist die Frage, inwieweit die zum Vergleich stehenden Produkte die Kundenanforderungen erfüllen. Diese Analyse vermittelt Ihnen ein Bild
von den Stärken und Schwächen Ihres Konzepts.

Können Sie aus finanziellen und zeitlichen Gründen keine Kundenbe- fragung durchführen, nehmen Sie diesen Produktvergleich in Ihrem Team vor. Wenn Sie sich in Ihrem Team schon längere Zeit mit dem Produkt beschäftigt haben, werden Sie die Kundenwünsche zuverlässig kennen. Achten Sie bei dieser vereinfachten Verfahrensweise besonders auf das Konkurrenzprodukt mit der besten Bewertung.

Der Schritt, das Produkt durch Kunden bewerten zu lassen, ist etwas kritisch. Denn wenn ein Kunde das Konkurrenzprodukt schon einsetzt, hat er in der Regel eine engere Beziehung zum Konkurren- ten als zu Ihnen. Er wird dann nicht besonders motiviert sein, Ihnen Informationen über die Konkurrenz zukommen zu lassen. Sorgen Sie deshalb dafür, dem Kunden einen besonderen Anreiz zu bieten, z. B. einen bestimmten Rabatt.
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