Nutzen Sie den elektrischen Strom als Frühwar...
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Nutzen Sie den elektrischen Strom als Frühwarnsystem für den Zustand Ihrer Maschinen

power_on_off.jpg Jedes elektrische Gerät verändert den Strom, mit dem es betrieben wird. Wenn Sie diese Veränderun- gen analysieren, können Sie Aussagen über Zu- standsänderungen und sogar über bevorstehende Ausfälle Ihrer Anlagen treffen.

Die Stromanalyse zählt zu den strategischen Einsatzmitteln, da es noch viele Wirkzusammenhänge gibt, die nicht erforscht sind. Aus diesem Grund auf dieses Verfahren zu verzichten bedeutet für Sie, einen möglichen Wettbewerbsvorteil aus der Hand zu geben. Sie sind zwar gezwungen, eigene Erfahrungen zu sammeln, aber dafür ist das gewonnene Wissen dann auch Ihr persönliches Kapital.

Beginnen Sie mit einem Projekt

Wenn Sie alle elektrischen Verbraucher sofort einbeziehen wollen, stoßen Sie schnell an Ihre Grenzen. Der messtechnische Aufwand ist enorm, aber viel wichtiger: Sie werden die Daten gar nicht alle parallel auswerten können. Wählen Sie aus diesem Grund ein einzelnes, nicht zu komplexes Projekt, z. B. eine Förderanlage oder eine Pumpstation.

Betrachten Sie den Strom aus verschiedenen Blickwinkeln

Sie können den Strom auf 2 unterschiedlichen Ebenen untersuchen:

Zeitbereich: Hier betrachten Sie den Verlauf des Stroms. Einen sauberen Wechselstrom sehen Sie z. B. als eine reine Sinuskurve.

Diese Betrachtung erlaubt die Analyse von

■ Stromspitzen und -einbrüchen,

■ Anlaufverhalten,

■ Abschaltverhalten,

■ Lastwechsel,

■ Stromstärke und

■ Symmetrieverhalten.

Frequenzbereich: Ein Wechselstrom besteht in der Praxis aus einem Ge- misch unterschiedlicher Frequenzen. In unserem Versorgungsbereich ist die Grundfrequenz 50 Hz. Durch verschiedene Effekte mischen sich aber mehr oder weniger viele Oberwellen hinzu. Um den elektrischen Strom im Frequenzbereich zu betrachten, müssen Sie ihn über einen definierten Zeitraum messen und dann das Frequenzspektrum über geeignete Ver- fahren wie die Fast-Fourier-Transformation berechnen. Keine Angst, das übernehmen moderne Messgeräte für Sie in einem Schritt. Im Frequenz- bereich lassen sich z. B. folgende Phänomene erkennen:

■ Unterbrechungen in Motorwicklungen

■ Defekte in Regeleinrichtungen

■ Defekte in Gleichrichterschaltungen

■ mechanische Beschädigungen

■ Alterungsprozesse

Bewerten Sie Aussagen vorsichtig

Wenn der Anbieter eines Messgeräts zur Stromanalyse (Netzanalysator) behauptet, dass Sie mit seinem Gerät eindeutige Aussagen über den Zustand einer Maschine machen können, sollten Sie diese Aussage sehr vorsichtig bewerten.

Die plötzlich erhöhte Stromaufnahme einer Förderanlage weist auf eine gestiegene Belastung des Antriebs hin. Wurde die Förderlast nicht erhöht, müssen zusätzliche Belastungsmomente wie Lager- schaden, Lagerklemmung etc. hinzugekommen sein. Dieses Phäno- men wird von den Messgeräteanbietern gern herangezogen. Die Ursache kann aber auch ein simpler unvollständiger Leitungs- oder Erdschluss sein.
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