REACH: Registration, Evaluation and Authoriza...
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REACH: Registration, Evaluation and Authorization of CHemicals – Auswirkungen des neuen EU-Chemikalienrechts auf Ihr Labor

aetzende_fluessigkeit.jpg Die Europäische Union (EU) erarbeitete ein ver- einheitlichtes Chemikalienrecht mit dem Ziel, Anwender und Verbraucher besser vor unerwün- schten Wirkungen von Chemikalien zu schützen. Kernstück ist die EU-Verordnung 7524/06 mit dem Akronym REACH (für Registrierung, Bewertung und Autorisierung von Chemikalien). Danach müssen Chemikalien, die in Mengen über eine Tonne/Jahr in der EU hergestellt oder hierher importiert werden, vor dem Verkauf registriert und zugelassen sein.

Pflichten für Hersteller und Importeure

Wenn Sie bei einem Chemikalien-Hersteller oder Importeur arbeiten, müssen Sie und Ihre Kollegen – abhängig von der jährlichen Vermark- tungsmenge und dem vermuteten Gefährdungspotenzial – physikalisch- chemische und gegebenenfalls toxikologische Daten über Ihre Produkte beibringen. Werden mehr als 10 t/Jahr eines Stoffes hergestellt oder importiert, ist ein Stoffsicherheitsbericht an die Behörden zu liefern.

Sammeln Sie sicherheitsrelevante Erkenntnisse über Chemikalien und pflegen Sie sie in die Sicherheitsdatenblätter Ihrer Produkte und in Ihre Betriebsanweisungen (SOPs) ein.

Sämtliche Kosten für die Prüfungen, Bewertungen und Registrierungen sind vom Hersteller oder Importeur einer Chemikalie zu tragen. Die Kosten – insbesondere für toxikologische Stoffprüfungen – sind beträchtlich. Über den Umfang der Prüfungen und Verfahrensfragen wurde daher intensiv verhandelt. Sicher ist:

  • REACH befindet sich schon in der Umsetzungsphase
  • Wegen der hohen Kosten wird dieses neue Chemikalienrecht schwerwiegende Auswirkungen haben

Stufenplan für das Inkrafttreten von REACH

Die EU-Verordnung REACH trat am 01.06.2007 in Kraft.

Am 01.06.2008 nahm die Europäische Chemikalienagentur ihre Arbeit auf.

Bis November 2008 mussten die Stoffe vorregistriert sein, von denen jährlich 1.000 t und mehr in der EU vermarktet werden. Dasselbe gilt für krebserregende, erbgutverändernde und reproduktionstoxische Stoffe mit Handelsvolumina über 1 t/Jahr. Ebenfalls gilt dies für Stoffe, die als sehr giftig für Wasserorganismen eingestuft sind und von denen pro Jahr mehr als 100 t in der EU gehandelt werden.

Bis Juni 2013 sind Stoffe mit Vermarktungsmengen über 100 t/Jahr zu registrieren sowie solche, die für Wasserorganismen giftig sind.

Bis Juni 2018 müssen Stoffe mit Vermarktungsmengen über 1 t/Jahr registriert sein.

Diese Ausnahmen gelten

Sofern Stoffe bereits nach anderen EU-Zulassungsverfahren hinreichend geregelt sind, ist keine Registrierung nach REACH erforderlich. Dies gilt insbesondere für Pflanzenschutzmittel und Biozide. Stoffe können für Forschungsarbeiten an ihnen für bestimmte Zeitintervalle freigestellt werden. Des Weiteren ist REACH nicht auf Arzneimittel, Lebensmittel-zusatzstoffe und Tierfutter anwendbar. Außerdem listet der Anhang der Verordnung diverse Stoffe, die von der Registrierungspflicht ausge- nommen sind. Polymere, die bestimmten Anforderungen genügen, sind bis auf weiteres freigestellt. Auch auf die Anwendungsfelder Abfall, Transport, nichtisolierte Zwischenprodukte und radioaktive Stoffe ist REACH nicht anzuwenden.

Mögliche Auswirkungen für Ihr Labor

Als Hersteller oder Importeur von Chemikalien müssen Sie mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Verschaffen Sie sich ausführliche Informationen über Ihre Rohstoffe, Zwischenprodukte und Produkte. Klären Sie, wo, wie und in welchen Mengen sie eingesetzt werden. Welche Expositionen und Gefährdungen können dabei auftreten? Untersuchen Sie, ob Sie mittelfristig Produkte aus dem Programm nehmen müssen und welche Auswirkungen das auf Ihr Unternehmen hat. Sprechen Sie mit Ihren Kunden und Lieferanten, damit Sie deren Interessen berücksichtigen können. Erarbeiten Sie einen Plan, um eventuelle Bedrohungen abzuwenden.

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