Neue TRGS 400: So führen Sie die Gefährdungsb...
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Neue TRGS 400: So führen Sie die Gefährdungsbeurteilung nach der neuen GefStoffV rechtskonform durch

farbige_fluessigkeiten_in_kolben.jpg Seit 1.12.2010 gilt die neue Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) und seit 31.1.2011 die neue Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 400 „Gefährdungsbe- urteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“. Diese technischen Regeln beschreiben Vorgehensweisen zur Informationsermittlung und Gefährdungsbeur- teilung nach § 6 der neuen GefStoffV unter Berücksichtigung der GHS-Verordnung.

In Ihrem Betrieb kommen Chemikalien wie Säuren, Laugen, brennbare Flüssigkeiten oder Giftstoffe zum Einsatz? Dann verwenden Sie Gefahr- stoffe. Für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen brauchen Sie eine Gefährdungs- beurteilung. Wenn die nicht vorliegt, dürfen Ihre Mitarbeiter auch nicht mit diesen Gefahrstoffen arbeiten.

Sie haben erst kürzlich eine Gefährdungsbeurteilung in Ihrem Betrieb durchgeführt? Wann war das genau? Gab es seither Veränderungen in Ihrem Betrieb oder Gesetzesänderungen? Die nachstehende Auflistung nennt Ihnen 7 Anlässe, bei denen Sie unverzüglich Ihre Gefährdungsbe- urteilung überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren sollten:

1. Änderungen bei rechtlichen Anforderungen (z. B. Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (Arb- MedVV, GefStoffV, TRGS)

2. Einführung neuer Gefahrstoffe in Arbeitsbereiche

3. Änderungen der Tätigkeiten oder der Bedingungen am Arbeitsplatz (Mengen, Arbeitsverfahren, Schutzmaßnahmen, Lüftungsverhältnisse)

4. neue Ergebnisse aus der regelmäßigen Wirksamkeitsüberprüfung von Schutzmaßnahmen

5. Erkenntnisse aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge

6. eine Änderung bei den Arbeitsplatzgrenzwerten, Biologischen Grenz- werten bzw. Beurteilungsmaßstäben nach z. B. TRGS 900, TRGS 903 oder BekGS 910

7. neue Erkenntnisse zu gefährlichen Stoffeigenschaften (z. B. Einstufung und Kennzeichnung, Angaben im Sicherheitsdatenblatt, TRGS 905 „Verzeichnis krebserzeugender, erbgutverändernder oder fortpflanzungs- gefährdender Stoffe“, TRGS 906 „Verzeichnis krebserzeugender Tätig- keiten oder Verfahren nach § 3 GefStoffV“ und TRGS 907 „Verzeichnis sensibilisierender Stoffe“)

Die 6 wichtigsten Kernfragen bei Ihrer Gefährdungsbeurteilung

In der komplett überarbeiteten TRGS 400 ist genau beschrieben, was Sie im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoff- en untersuchen müssen. Einen Vorschlag für eine systematische Vorge- hensweise zeigt die Abbildung auf Seite 5. Lesen Sie jetzt, welche Kern- fragen im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung unbedingt zu klären sind.

FRAGE 1: Wer ist für die Beurteilung zuständig?

Ihr Chef kann die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung an eine
oder mehrere fachkundige Personen delegieren. Als Fachkraft für Arbeits- sicherheit können Sie diese Aufgabe übernehmen, wenn Sie sich mit Gefahrstoffen und den erforderlichen Schutzmaßnahmen einschließlich
der Wirksamkeitsprüfung auskennen. Für die Gefährdungsbeurteilung müssen Ihnen alle erforderlichen Unterlagen und Informationen zur Verfügung gestellt werden.

FRAGE 2: Wie werden Informationen zu Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ermittelt und erfasst?

Ein aktuelles Gefahrstoffverzeichnis ist Ihr Schlüssel für eine korrekte Gefährdungsbeurteilung. Prüfen Sie daher, ob diese Daten zu den eingesetzten Chemikalien in Ihrem Kataster enthalten sind:

■ Bezeichnung des Gefahrstoffs

■ Einstufung des Gefahrstoffs oder Angaben zu den gefährlichen Eigenschaften

■ Angaben zu den im Betrieb verwendeten Mengenbereichen

■ Bezeichnung der Arbeitsbereiche, in denen Beschäftigte dem Gefahrstoff ausgesetzt sein können

Wenn diese Daten vollständig vorliegen, ist bereits ein wichtiger Meilen- stein Ihrer Beurteilung erreicht. Jetzt brauchen Sie nur noch klären, bei welchen Arbeiten die einzelnen Gefahrstoffe verwendet werden. Zu betrachten sind dabei Vorgänge, wie beispielsweise die Lagerung, das Befüllen, Entsorgen, Mischen oder die Verarbeitung von Chemikalien.
Zu den Tätigkeiten zählen auch das innerbetriebliche Befördern sowie Bedien- und Überwachungsarbeiten.

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