OHRIS: Dieses Arbeitsschutz-Managementsystem ...
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OHRIS: Dieses Arbeitsschutz-Managementsystem bezieht die Anlagensicherheit Ihres Labors mit ein

RFID_9181186.jpg Das bayerische Occupational Health-and-Risk-Managementsystem (OHRIS) wurde von der bayerischen Staatsregierung bereits 1998 entwickelt und war damit das 1. veröffentlichte relevante Arbeitsschutz- Managementsystem. Im Unterschied zu anderen Managementsystemen bezieht OHRIS ausdrücklich auch die Anlagensicherheit mit ein. In OHRIS:2005 wird auf die Revisionen der ISO 9001 und ISO 14001 reagiert, um die Anwendung integrierter Managementsysteme zu verbessern. Der PDCA-Zyklus (Plan, Do, Check, Act) ist auch bei diesem System zugrunde gelegt, der Aufbau folgt aber nicht diesem Muster, sondern folgenden 5 Systemelementen (SE):


SE 1: Verantwortung der obersten Leitung

Die oberste Leitung muss eine Politik und Strategie für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit festlegen und sicherstellen, dass daraus konkrete Ziele entwickelt und Maßnahmen zu ihrer Umsetzung im operativen Bereich festgelegt werden. Dazu ist sie verantwortlich für die Festlegung der organisatorischen Strukturen (Zuständigkeiten, Befugnisse und Verantwortlichkeiten) und die Bereitstellung der nötigen Mittel (Personal und erforderliche Sachmittel) (PLAN).


SE 2: Organisation

Das Systemelement Organisation umfasst den Aufbau des Managementsystems, etwa die Frage nach der Integration in andere Managementsysteme (integrierte Managementsysteme), die Arbeitsschutzorganisation (Ausschüsse, Arbeitskreise, Mitbestimmung) und Vorgaben zu Qualifikation, Kommunikation und Dokumentation.


SE 3: Planung (PLAN) und Umsetzung (DO)

Die Organisation muss die einschlägigen öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen ermitteln (das heißt neben Gesetzen und Verordnungen insbesondere auch die relevanten berufsgenossenschaftlichen Vorschriften).

Ebenso sind die sicherheitsrelevanten Abläufe und Prozesse und die von ihnen ausgehenden Gefährdungen zu bestimmen und zu bewerten sowie die Gefahren, Gefährdungen und Risiken zu minimieren.

Gegebenenfalls erstellen Sie entsprechende Verfahrens- und Arbeitsanweisungen. Für nicht auszuschließende Störungen und Notfälle legen Sie geeignete Maßnahmen fest, z. B. Notfallpläne, Erste Hilfe, Meldeketten etc. Die Regelungen erproben Sie regelmäßig in Übungen. Bei der Beschaffung von Geräten, Anlagen und Stoffen berücksichtigen Sie die Anforderungen von Arbeitsschutz und Anlagensicherheit. Die arbeitsmedizinische und arbeitshygienische Betreuung Ihrer Mitarbeiter muss sichergestellt sein. Für Auftragnehmer, Unterauftragnehmer und deren Beschäftigte gelten dieselben oder gleichwertige Anforderungen.


SE 4: Prüfung und Bewertung (CHECK)

Nach einer Bestandsaufnahme zu Beginn der Einführung überwachen und prüfen Sie die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen (siehe oben) und der Anforderungen des Managementsystems regelmäßig in internen Audits. Dazu legen Sie zu Beginn geeignete Indikatoren fest.


SE 5: Verbesserung (ACT)

Die Anwendung des Managementsystems stellt einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess sicher. Abweichungen von Soll-Vorgaben (insbesondere Arbeitsunfälle, Beinahe-Unfälle, Berufskrankheiten etc.) sind zu analysieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Aus der Auswertung der Korrekturmaßnahmen entwickeln Sie Schwerpunkte und Themen für die Überprüfung und Überwachung sowie für die Planung und Umsetzung. Daneben halten Sie mit Aktionsprogrammen das Thema im Bewusstsein.

Veröffentlichungen zu OHRIS sind in der Schriftenreihe „Managementsysteme für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit“ erschienen.

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