Wie Sie mit der Pareto-Analyse die größten In...
  • Seite
  • 1

Wie Sie mit der Pareto-Analyse die größten Instandhaltungspotenziale identifizieren

Geld_in_Schraubenschluessel.jpg Manche Fehler kosten weniger als ihre Vermeidung! Diese Erkenntnis kann Ihnen zu noch wirtschaftlicherem Einsatz von Ressourcen verhelfen. Mit der hier vorgestellten Pareto- Methode konzentrieren Sie sich auf die wirklich wesentlichen Fehlerquellen.

Der italienische Ökonom Vilfredo Pareto fand heraus, dass 20 % der Ursachen zu 80 % der Auswirkungen führen. Wenn Sie es also schaffen, genau diese 20 % Fehler zu identifizieren, erreichen Sie mit dem kleinsten Aufwand den größten Nutzen.

Die Pareto-Analyse können Sie standardisiert und Schritt für Schritt durchführen.


1. Schritt: Ermitteln Sie alle Fehler eines Systems

Wählen Sie eine Maschine oder eine Anlage, für die Sie die aufgetretenen Fehler auflisten. Sie nehmen dabei keine Wertung vor. Ziel ist eine möglichst umfassende Fehlerermittlung. Da Sie später mit realen Fehlerhäufigkeiten rechnen, kommen nur solche Fehler in die Liste, die auch tatsächlich eingetreten sind.


2. Schritt: Gewichten Sie die Fehler

Wenn Sie eine Fehlerdokumentation führen, haben Sie schon die wichtigsten Daten zur Hand. Falls nicht, müssen Sie für einen gewissen Zeitraum genau dokumentieren, wie oft die jeweiligen Fehler aufgetreten sind.

Die Bewertung der einzelnen Fehler geschieht aufgrund von 2 Parametern:

  • Fehlerfolgen
  • Fehlerhäufigkeit

Halten Sie beim Auftreten des Fehlers möglichst genau die Zeiten fest, die für die Behebung des Fehlers notwendig waren. Alternativ oder in einem weiteren Schritt sollten Sie auch sämtliche Folgekosten ermitteln, die durch den Fehler entstanden sind.

Die Aufzeichnung der Zeiten ist für Sie wesentlich einfacher als die Ermittlung der tatsächlich aufgetretenen Folgekosten. Wenn Sie die Analyse nur intern für Ihre Abteilung durchführen, ist die Berücksichtigung der Zeiten hinreichend. Wollen Sie jedoch die Auswirkungen der Fehler auf das gesamte Unternehmen darstellen, brauchen Sie unbedingt auch sämtliche Fehlerfolgekosten. Für den Aufzeichnungszeitraum hat sich das Quartal als idealer Zeitraum etabliert.

Für die Fehlergewichtung addieren Sie die Reparaturzeiten pro Fehler und erhalten die Gesamtzeit. Der Fehler, der die höchsten Reparaturzeiten hervorruft, bekommt die Nr. 1.

Fehlerliste.jpg

Hinweis:

Auch wenn Sie den Wert nicht für die Pareto-Analyse benötigen, so ist die Differenz zwischen größter und kleinster Reparaturzeit doch von Interesse. Wenn es hier große Schwankungen gibt, sollten Sie untersuchen, wo die Ursachen dafür liegen.


3. Schritt: Übertragen Sie die Werte in das Pareto-Diagramm

Nun übertragen Sie die Werte der Reparaturzeiten (Folgekosten) vom größten bis zum kleinsten Wert in ein Balkendiagramm. Der höchste Balken steht also bei Fehler 1, der niedrigste beim letzten Fehler. In einer 2. Datenreihe tragen Sie nun die aufsummierten Reparaturzeiten (Folgekosten) in ein Balkendiagramm ein. An der 1. Stelle befindet sich die Gesamtreparaturzeit für Fehler 1, an der 2. Stelle die Summe von Fehler 1 und Fehler 2, an der 3. Stelle die Summe von Fehler 1, 2 und 3. An der letzten Stelle steht die Gesamtsumme aller Reparaturzeiten.

Nun ermitteln Sie noch di e 80 %-Grenze, indem Sie die Gesamtreparaturzeit mit 0,8 multiplizieren, und tragen diesen Wert als Linie in Ihr Diagramm ein.

Aus dem Diagramm können Sie nun direkt erkennen, welche Fehler für 80 % der Reparaturzeiten verantwortlich sind. Um diese Fehler müssen Sie sich nun vorrangig kümmern. Führen Sie die Pareto-Analyse regelmäßig durch, damit Sie permanent an den wichtigsten Fehlern arbeiten.

Reparaturstunden.jpg

Experten-Tipps per E-Mail erhalten
Sichern Sie sich die besten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse.

Datenschutzhinweis


 
 
Dieser Artikel ist nur für registrierte Nutzer zugänglich.