Prüfung von Arbeitsmitteln: Was, wann und dur...
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Prüfung von Arbeitsmitteln: Was, wann und durch wen?

aluminiumwalzen.jpg Wie oft Maschinen, Elektroanlagen und andere Arbeitseinrichtungen im Betrieb zu prüfen sind, welcher Art die Prüfungen sein müssen und welche Qualifikation das Prüfpersonal mitbringen muss, hat der Arbeitgeber nach der Betriebssicherheitsverord- nung (BetrSichV) selbst zu ermitteln. In aller Regel wird er bei der Bewältigung dieser komplexen Aufgabe auf Sie als Sicher- heitsfachkraft angewiesen sein. Was Sie wissen müssen, um Ihren Chef hier sachkundig zu beraten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

An diese Prüfungen müssen Sie denken

Nach der BetrSichV müssen Sie verschiedene Prüfungen unterscheiden (siehe Tabelle), für die unterschiedliche Prüfanforderungen festgelegt sind. Diese werden im weiteren Verlauf des Beitrags erläutert.

Was müssen Sie prüfen?

Die Bestimmungen zu Prüfungen nach der BetrSichV betreffen Arbeits- mittel und Überwachungsbedürftige Anlagen (ÜA).

Arbeitsmittel sind Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen, die von Arbeitnehmern bei der Arbeit benutzt werden. Sie umfassen u. a. auch Arbeitsmittel auf Fahrzeugen (z. B. Ladekrane). Ebenso fallen Gebäude- einrichtungen (die an sich in der Arbeitsstättenverordnung geregelt sind) unter bestimmten Bedingungen unter die BetrSichV:

1. wenn sie bei der Arbeit benutzt werden (der Aufzug in einem Büro- gebäude also ja, der Aufzug in einem Wohnhaus aber nicht) und

2. wenn an sie besondere Sicherheitsanforderungen gestellt werden müssen, die durch die ArbStättV nicht abgedeckt sind. Beispiel: Ein elektrisches Rolltor in einem explosionsgefährdeten Bereich.

Überwachungsbedürftige Anlagen sind solche, für die aufgrund ihres Gefahrenpotenzials eine „verschärfte“ Überwachung und damit auch erhöhte Prüfungsanforderungen vorgesehen sind. Darunter fallen z. B. bestimmte Druckbehälter- und -anlagen, Personenaufzüge sowie Anlagen, Geräte und Sicherheitseinrichtungen in explosionsgefährdeten Bereichen.

Definieren Sie den Sollzustand

„Prüfung“ bedeutet immer, die Übereinstimmung mit bzw. die Abweichung von einem angestrebten Sollzustand zu ermitteln. Bei Sicherheitsprüfung- en ist das die gefahrlose Benutzung bzw. der gefahrlose Betrieb eines Arbeitsmittels oder einer Anlage.

Bevor Sie eine Prüfung sinnvoll durchführen können, müssen Sie darum zunächst den Sollzustand genau definieren. Berücksichtigen Sie dazu z. B.

• festgelegte Betriebsbedingungen (z. B. Sicherheitsabstände, Schall-leistungspegel, zulässige Abnutzungsraten),

• Bedingungen mit defi nierter Überlast und sonstige Grenzbedingungen (z. B. Drehzahl, Geschwindigkeiten, Lasten, Bearbeitungsräume) und

• Betriebsabläufe.

Ein Beispiel für die Festlegung des Sollzustands ist etwa das sofortige automatische Anhalten einer Maschine beim Berühren einer Lichtschranke oder Kontaktleiste.

Legen Sie Prüfarten und -umfang fest

Für die einzelnen Prüfungen müssen der Arbeitgeber bzw. Sie als von ihm beauftragte Sicherheitsfachkraft

• die Prüfart (z. B. elektrische Sicherheitsprüfung, Festigkeitsprüfung),

• den Prüfumfang (z. B. Sichtprüfung, Funktionsprüfung, technische Prüfung) und

• die Prüffristen (bei wiederkehrenden Prüfungen) entsprechend der jeweiligen Beanspruchung festlegen.

Ziehen Sie dazu Informationen aus allen geeigneten verfügbaren Quellen heran. Das sind z. B. Betriebs- und Wartungsanleitungen des Herstellers des Arbeitsmittels, Berufsgenossenschaftliche Vorschriften (BGV) und weitere technische Regeln sowie eigene betriebliche Erfahrungen etwa aus Aufzeichnungen zu Instandhaltungen.

Berücksichtigen Sie bei der Festlegung des Prüfumfangs darüber hinaus immer auch Ihre interne Gefährdungsbeurteilung zur Benutzung der Arbeitsmittel.

Prüfungen von Arbeitsmitteln vor Arbeitsbeginn

Bei diesen Prüfungen handelt es sich in der Regel um einfache Sichtoder Funktionsprüfungen. Sie erfordern entweder keine besonderen Kenntnisse oder Kenntnisse, die Sie den Prüfenden leicht vermitteln können. Sie werden deshalb in der Regel von den Benutzern der Arbeitsgeräte, Werkzeuge oder Maschinen selbst durchgeführt.

• Sichtprüfung vor Arbeitsaufnahme, um zu erkennen, ob am Hammerkopf der Keil fehlt

• Funktionsprüfung von Bremsen an Flurförderzeugen vor Beginn jeder Arbeitsschicht

• Funktionsfähigkeit der Beleuchtung in der Aufzugskabine

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