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So verringern Sie im Brandfall die Gefahren durch Photovoltaik-Anlagen

bauplan_bleistift.jpg In den letzten Jahren hat die Anzahl der Photo- voltaik-Anlagen in Deutschland stark zugenommen. Das Reaktorunglück im japanischen Fukushima könnte diesen Trend noch steigern. Doch Achtung: Mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach Ihres Firmengebäudes kann im Fall eines Brandes die Arbeit der Feuerwehr deutlich erschwert werden.

Der Grund dafür: Es gibt zusätzliches Gefahrenpotenzial, das die Feuerwehr- leute bei der Brandbekämpfung kennen müssen. Photovoltaik-Anlagen können vor allem Gefahren verursachen durch:

  • Atemgifte
  • herabfallende Teile
  • Elektrizität

Gefahren durch Atemgifte

Beim Bau von Photovoltaik-Anlagen werden u. a. Glas, Silizium, Metalle, Schwermetalle, Giesharz, Ethylen, Vinylacetat, Silikon, Folienverbunde und verschiedene andere Kunststoffe eingesetzt. Bei einem Brand werden toxische Stoffe freigesetzt, die u. a. Atemwege und Augen reizen können.

Gefahren durch herabfallende Teile

Durch die Solarmodule erhöht sich die Dachlast um 10 kg/m2. Das hat im Fall eines Brandes einen schnelleren Zusammenbruch des Dachstuhls zur Folge. Die Erfahrungen der Feuerwehr zeigen, dass Aufdach-Photovoltaik-Anlagen nach Abbrennen der Dachkonstruktion zumeist nach innen stürzen.

Dennoch ist die Gefahr, von einstürzenden oder herabfallenden Teilen getroffen zu werden, höher als bei anderen Gebäudebränden. Ist die Photovoltaik-Anlage nämlich aufgeständert (z. B. bei Dächern mit einem
zu niedrigen Neigungswinkel), können die Aluminiumprofile bei zu hohen Temperaturen (ab 300 °C) zur Instabilität der gesamten Anlage führen. Die Folge: Die einzelnen Module der Photovoltaik-Anlage können herab- stürzen.

Gefahr durch Elektrizität

Die weitaus größte Gefahr geht von der Elektrizität aus. Der Grund: Die Solarmodule wandeln das Sonnenlicht in Gleichstrom um, der über einen Wechselrichter mit Freischaltstelle in Wechselstrom umgewandelt wird. Und Gleichstrom kann nicht einfach über eine Zentralsicherung abgestellt werden. Selbst bei geringem Lichteinfall (d. h. auch in der Dämmerung oder bei bedecktem Himmel) führen die Module und Leitungen der Photo- voltaik- Anlage auf der Gleichstromseite elektrische Spannung. Ist die Anlage beschädigt oder ist die Isolierung von Kabeln beschädigt, besteht die Gefahr von Stromschlägen und Lichtbögen, die durch die seit 2006 von der DIN VDE 0100-712 geforderten Gleichstrom-Freischaltstelle vor dem Wechselrichter nur teilweise eingedämmt werden kann.

Eine elektrische Gefährdung besteht bei Gleichstromsystemen ab einer Spannung von 120 Volt. Moderne Photovoltaik-Anlagen erreichen jedoch eine Spannung von 1.000 Volt.

Das sollten Sie tun

Von einer Photovoltaik-Anlage geht nach übereinstimmenden Schätzun- gen von Feuerwehr und Versicherern keine besondere Brandgefahr aus. Allein aus diesem Grund sollten Sie deshalb keineswegs darauf verzich- ten, eine Photovoltaik-Anlage auf Ihren Firmengebäuden anzubringen. Um im Fall eines Brandes der Feuerwehr allerdings die Arbeit zu erleichtern und so wertvolle Zeit zu sparen, können Sie einiges tun:

1. Die Feuerwehr muss über die Photovoltaik-Anlage informiert werden. Ob Sie generell die Photovoltaik-Anlage bei der örtlichen Feuerwehr mel- den sollten, müssen Sie vor Ort klären. Bringen Sie aber auf jeden Fall in der Hausverteilung ein entsprechendes Hinweisschild auf eine Photo- voltaik-Anlage an (siehe unten). Das Schild können Sie bei Energieversor- gern, Versicherern und dem Bundesverband Solarwirtschaft beziehen.

Einen Link zur Übersicht über die neuesten Lösungen für die Abschaltung einer Photovoltaik-Anlage im Brandfall finden Sie im Premiumbereich unter www.ingenieur-verlag.de

2. Hängen Sie einen Übersichtsplan der Photovoltaik-Anlage aus. Darin ist schnell erkennbar dokumentiert, wo sich im Gebäude spannungsführende Teile befinden.

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