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Ökodesign - Richtlinie 2009/125/EG: Diese Vorgaben drohen Ihnen als Hersteller von Maschinenbauprodukten

sonnenblume_vor_industrielandschaft.jpg Als Betriebsleiter sind Sie gut beraten, den Einfluss, den die europäische Gesetzgebung auf die Gestal- tung von Richtlinien nimmt, genau zu beobachten. Bestes Beispiel ist die sogenannte Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG, die auch auf Produkte für den Maschinenbau ausgeweitet werden soll.

Die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG trat am 20.11.2009 in Kraft. Bis zu diesem Tag musste sie in Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden. Das geschah durch das Gesetz über die umweltgerechte Gestal- tung energiebetriebener Produkte (Energiebetriebene- Produkte-Gesetz). Die neue Richtlinie gilt nicht nur wie ihre Vorgängerin (Richtlinie 2005/32 /EG vom 6.7.2005) für „energiebetriebene Produkte“, sondern auch für alle „energieverbrauchsrelevanten“ Produkte. Damit erfasst die Öko- design-Richtlinie auch Produkte, die selbst keine Energie benötigen, den Energieverbrauch aber beeinflussen, wie z. B. Fenster oder Wasserhähne.

Ziel der Richtlinie ist es, die Energieeffizienz von bestimmten Produkten über deren gesamten Lebenszyklus hinweg zu verbessern. Da die Um- weltverträglichkeit auch durch die Produktgestaltung beeinflusst wird, setzt die Öko- design-Richtlinie hier an und benennt in Anhang I Öko- design- Parameter. Dazu zählen z. B. die Einschätzung des voraus- sichtlichen Verbrauchs an Material, Energie und Wasser, die Menge der entstehenden Abfallstoffe oder die Möglichkeit der Wiederverwendung gebrauchter Teile.

Richtlinie wird 2012 voraussichtlich auf weitere Maschinenbauprodukte ausgeweitet

Als Hersteller von Maschinenbauprodukten ist die neue Ökodesign-Richt- linie für Sie von großer Bedeutung:

■ Zum einen werden schon jetzt Elektromotoren von der Richtlinie erfasst.

■ Zum anderen wird die Richtlinie voraussichtlich bereits 2012 wesentlich mehr Produkte des Maschinenbaus umfassen. Zurzeit laufen 3 Vorberei- tungsstudien, die auch für den Maschinenbau relevant sind, und zwar über Werkzeugmaschinen, Industrieöfen und Klimatechnik. Beginn der Studien war Anfang 2010. Die Laufzeit beträgt 23 Monate. Danach wird über die Erweiterung des Geltungsbereichs der Richtlinie entschieden.

Diese Anforderungen müssen Sie erfüllen

Die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG legt für Sie als Hersteller bestimmte Pflichten fest. Danach dürfen Sie ein Produkt, das unter die Richtlinie fällt, nur in Verkehr bringen oder in Betrieb nehmen, wenn

■ es den Anforderungen an eine umweltgerechte Gestaltung entspricht
oder

■ das Produkt, seine Verpackung und ihm beigefügte Unterlagen mit einer CE-Kennzeichnung versehen sind
und

■ für das Produkt eine entsprechende Konformitätserklärung ausgestellt ist, mit der Sie oder ein Bevollmächtigter nachweisen, dass es allen Bestimmungen entspricht.

Darüber hinaus haben Sie umfangreiche Informationspflichten. So müssen Sie Ihren Namen als Hersteller oder, sofern Sie nicht im Europäischen Wirtschaftsraum niedergelassen sind, den Namen des Bevollmächtigten oder des Importeurs und die Adressen auf dem Produkt oder auf dessen Verpackung anbringen. Außerdem müssen Sie das Produkt so kennzeich- nen, dass es eindeutig identifiziert werden kann.

Fazit: Noch ist es nicht so weit. Aber schon nächstes Jahr wird es voraus-sichtlich so sein, dass der Geltungsbereich der Ökodesign-Richtlinie 2009 /125/EG auf weitere Produkte des Maschinenbaus ausgeweitet wird. Es ist daher ratsam, die Entwicklung auf jeden Fall im Auge zu behalten und schon jetzt Informationen zu sammeln, um von einer Ausweitung des Geltungsbereichs der Richtlinie nicht überrascht zu werden.

Sie können die Ökodesign-Richtlinie 2009/125/EG aus dem Premiumbereich unter www.ingenieurverlag.de downloaden.

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