Keine Ausreden mehr: So senken Sie systematis...
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Keine Ausreden mehr: So senken Sie systematisch Ihre Energiekosten – und verbessern Ihre Energiebilanz

stromkosten_senken.jpg Ohne Energie geht nichts. Doch die Vorkommen fossiler Brennstoffe sind begrenzt. Und die Preise dafür werden in den nächsten Jahren noch stärker steigen. Deshalb ist ein verantwortungsvoller Um- gang mit und der effiziente Einsatz von Energie eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Nutzen Sie deshalb die Potenziale, die Ihr Betrieb bietet, um Energie einzusparen.

Diese Voraussetzungen sollte Ihr Betrieb erfüllen

Energie lässt sich kaum „mal eben so“ einsparen. Nur langfristige Konzep- te verhelfen Ihrem Betrieb dazu, die Energiekosten dauerhaft zu senken. Die Implementierung eines Energiemanagementsystems ist dafür ein erster Schritt. Dafür sollten Sie, falls Sie es noch nicht getan haben, eine verantwortliche Person festlegen und in Ihrem Betrieb entsprechend positionieren. Langfristig sollten Sie zur Durchführung von Energie- effizienzprojekten ein Projektteam zusammenstellen, dem u. a. auch Mitarbeiter des Controllings angehören.

1. Schritt: Erfassen Sie die relevanten Daten

Zunächst brauchen Sie eine Datenbasis, um den Ist-Zustand zu ermitteln. Das bedeutet: Erfassen Sie sämtliche Daten zu Energiebezug und Energieumsatz.

■ Welche Energie bezieht Ihr Betrieb? Strom, Gas, Heizöl und/ oder Diesel?

■ Wie viel verbraucht Ihr Betrieb von den einzelnen Energieformen? Sinnvoll ist in diesem Zusammenhang auch eine Unterscheidung nach Kategorien (z. B. Maschinenantrieb, Lüftung etc.).

Hinweis:
Wählen Sie einen genau definierten Zeitraum, für den Sie die Datenbasis ermitteln. Das gewährleistet eine bessere Vergleichbarkeit der Daten und erleichtert es Ihnen, später die Wirkungen Ihres Energiesparkonzepts zu überprüfen. Können Sie die Daten nicht über die entsprechenden Abtei- lungen Ihres Betriebs ermitteln, müssen Sie ggf. zusätzliche Messungen durchführen.

So ermitteln Sie den Energieverbrauch bei zusätzlichen Messungen
Art des VerbrauchersWeg der besten Verbrauchs- ermittlung
Hoher konstanter Verbrauch,
Dauerbetrieb
Einmalmessung * 24 Std./Tag
Hoher konstanter Verbrauch,
Regelbetrieb
Einmalmessung * x Std./Tag
Hoher konstanter Verbrauch,
Wechselbetrieb
Einmalmessung des Verbrauchs,
Betriebsstundenmessung
Schwankender hoher VerbrauchPermanenterfassung
Homogene Gruppe kleiner Verbraucher mit konstantem VerbrauchEinmalmessung,
Gruppenerfassung
Inhomogene Gruppe kleiner Verbraucher mit schwankendem VerbrauchRechnerische Schätzung, Zeitmessung (z. B. eine Woche) der gesamten Gruppe
Nicht erfassbare RestverbraucherGesamtverbrauch – bislang ermittelte Verbraucher
Hinweis: Eine gute Kontrolle, wie genau Ihre Erfassung war, bietet die Analyse der nicht erfassbaren Restgruppe. Liegt der Anteil dieser Gruppe bei unter 5 %, können Sie mit Ihrer Aufstellung zufrieden sein. Bei über 10 % sollten Sie sich diese Gruppe noch einmal genauer ansehen. Vielleicht versteckt sich dort noch einiges Energiespar- potenzial.

2. Schritt: Bewerten Sie den Ist -Zustand

Dieser Schritt dient vor allem einem Zweck:
Sie ermitteln die Energieformen und Energieverbraucher, für die Ihr Betrieb im Referenzzeitraum das meiste Geld ausgibt.

Arbeiten Sie dafür mit folgenden Fragen:

■ Welche Energieform hat besonders hohe Kostenanteile?

■ Wie war die Preisentwicklung in den einzelnen Bereichen?

■ Wie hat sich der Verbrauch pro Energieform entwickelt?

Um zu überprüfen, ob der Energieverbrauch zu hoch ist, können Sie die ermittelten Daten auch vergleichen. So können Sie z. B.

■ einen unternehmensinternen Vergleich mit anderen Bereichen oder Standorten oder

■ einen Vergleich mit Branchenkennzahlen oder „Best-Practice- Werten“ durchführen.

Dieser Vergleich dient als Orientierung zur gezielten Verbesserung der Energiebilanz Ihres Betriebs.

3. Schritt: Erarbeiten Sie Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz

Mit der nun vorliegenden Datenbasis können Sie eine wirkungsvolle Strategie entwickeln, um die Energiebilanz Ihres Betriebs zu verbessern. Allgemein lässt sich der Energieumsatz durch 2 Maßnahmen reduzieren:

1. Sie steigern die Energieeffizienz

So können Sie z. B. effizientere Motoren einsetzen, um eine bessere Nutzung der eingesetzten Energie zu gewährleisten.

2. Sie verringern den Energiebedarf

Das ist z. B. möglich, indem Sie

■ die Nutzungsdauer reduzieren. Das bedeutet: Sie betreiben bestimmte Maschinen und Anlagen nur dann, wenn sie tatsächlich benötigt werden. Alternativ verzichten Sie auf den Einsatz bestimmter Geräte;

■ die Leistung reduzieren: Nicht immer ist nämlich die volle Leistung für einen bestimmten Prozess oder Zustand notwendig.

Die Idee muss immer schriftlich eingereicht werden. Der Vorgesetzte oder Ideenmanager nimmt den Verbesserungsvorschlag entgegen und führt eine formale Prüfung durch. Danach reicht er den Vorschlag an denjenigen weiter, der über die Umsetzung der Idee entscheiden kann.

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