Global Sourcing: Lohnt sich jetzt für Sie der...
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Global Sourcing: Lohnt sich jetzt für Sie der Einkauf in Billiglohnländern?

Globalisierung.jpgMomentan wird in allen Bereichen nach Sparmöglichkeiten gesucht. Im fernen Osten oder in Osteuropa einzukaufen kann in der Tat die Kosten kräftig drücken. Wie Sie in 3 Schritten geeignete Lieferanten finden und Risiken vermeiden, lesen Sie hier.

Arbeit in Deutschland ist teuer. Nach Angaben des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zahlt die deutsche Industrie im internationalen Vergleich die fünfthöchsten Lohnstückkosten. Im Mittel kommt das Ausland 7 % billiger davon. Gerade in Krisenzeiten aber ist es wichtig, Kosten einzusparen, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben. Das aber ist für viele Betriebe nur dann möglich, wenn sie den Einkauf von Teilprodukten internationalisieren. Global Sourcing ist dafür der am häufigsten verwendete Begriff.

Diese Produkte eignen sich für Global Sourcing

Nicht alle Produkte eignen sich für die Beschaffung auf Auslandsmärkten. Wenn Sie einen Teil Ihres Einkaufs auf Auslandszulieferer verlegen möchten, sollten Sie genau überlegen, welche Produkte sich dafür eignen. Das sind auf jeden Fall Güter, die standardisierbar und in großen Mengen produzierbar sind und eine niedrige Komplexität besitzen. Allerdings sollten Sie auch andere Gesichtspunkte berücksichtigen wie z. B. das technische Know-how des Auslandszulieferers.

Halbleiterindustrie: Auf den asiatischen Märkten können Sie sowohl standardisierte Elektronikteile als auch technische Innovationen einkaufen. Welches Motiv für Ihren Betrieb ausschlaggebend ist und ob die Kosten sich rechnen, müssen Sie individuell ermitteln.

So wählen Sie geeignete Lieferanten im Ausland aus

Das bekannteste Modell des 3-stufigen Auswahlverfahrens geht auf Schneider/Müller zurück:

1. Schritt

Zunächst grenzen Sie die Anzahl potenzieller Auslandsmärkte und -zulieferer anhand bestimmter Kriterien ein. Auswahlkriterien können sein:

  • die Betriebsgröße,
  • die hohe Qualität, die Sie bisher bei Ihren Rohstoffen hatten,
  • Ausfuhrbeschränkungen und
  • die politische Stabilität des Ziellandes.

Hilfreich bei der Bewertung des Risikos eines Landes ist der so genannte „Business Environment Risk Index” (BERI). Dieser wird vom BERI-Institut mit Hauptsitz in den USA ermittelt (siehe auch www.beri.com). Er setzt sich zusammen aus 3 Subindizes:

  • dem Operation Risk Index, der das Geschäftsklima eines Landes anhand von 15 vorgegebenen Indikatoren beschreibt,
  • dem Political Risk Index, der die politische Stabilität eines Landes anhand bestimmter Kriterien beschreibt, und
  • dem Remittance and Repatriaton-Factor (Rückzahlungsfaktor), der die Wahrscheinlichkeit der Zahlungsfähigkeit eines Landes ermittelt.

2. Schritt

Bewerten Sie die ausgewählten Länder. Im Gegensatz zum ersten Schritt ziehen Sie dafür sämtliche Kriterien heran, die detailliert einen Aufschluss über die politische und volkswirtschaftliche Lage des Ziellandes geben. Das setzt eine intensive und umfangreiche Recherche voraus, für die Sie sich unbedingt Zeit nehmen sollten.

Haben Sie keine Zeit, dann überlegen Sie, ob Sie eine auf Auslandsmärkte spezialisierte Agentur mit der Recherche beauftragen.

Sprechen Sie während Ihrer Recherche mit anderen Unternehmen, die bereits bei den Auslandzulieferern oder auf den von Ihnen ausgewählten Auslandsmärkten tätig sind. Kontaktieren Sie Verbände und Handelskammern.

Als ein mögliches Zielland haben Sie Brasilien ausgewählt. Dann sollte einer Ihrer wichtigsten Ansprechpartner die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer sein.

3. Schritt

In diesem Schritt untersuchen Sie potenzielle Lieferanten in dem von Ihnen ausgewählten Zielland (oder den Zielländern). Grundsätzlich unterscheiden sich das Auswahlverfahren und die Auswahlkriterien nicht von denen für inländische Betriebe.

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