Wenn Arzneimittel zu Gefahrstoffen werden...
  • Seite
  • 1

Wenn Arzneimittel zu Gefahrstoffen werden

laborantin_mischt_fluessigkeiten.jpg Arzneimittel sollen den Patienten heilen. Aber was ist mit den Personen, die das Medikament verab- reichen? Bei vielen Arzneimitteln handelt es sich um Gefahrstoffe ohne Kennzeichnung. Genau deshalb sind Schutzmaßnahmen bei der Anwendung und Verabreichung zwingend erforderlich. Prüfen Sie jetzt, ob die Sicherheitsstandards in Ihrem Betreib ausreichen.

Die Fakten: Für Arzneimittel besteht gemäß Arzneimittelgesetz keine Kennzeichnungspflicht nach dem Gefahrstoffrecht. Lediglich eine Kenn- zeichnung mit den Gefahrensymbolen „leicht entzündlich“ oder „explo- sionsgefährlich“ ist erforderlich, wenn sie entsprechende physikalische Eigenschaften aufweisen. Sicherheitsdatenblätter brauchen ebenfalls nicht zur Verfügung gestellt werden.

Wo die Gefahren lauern

Viele Medikamente wie Hart- und Weichkapseln werden an den Patienten abgegeben, ohne dass Ihre Mitarbeiter mit den Wirkstoffen in Berührung kommen. Allerdings kann es bei Tätigkeiten mit einigen Arzneimitteln je nach Darreichungsform zu einer Wirkstoffaufnahme und damit zu mög- lichen Gesundheitsschäden kommen.

Dies kann beispielsweise bei Verwendung von Tropfen, Pudern, nicht überzogenen Tabletten oder bei Verabreichung von Injektionen und Infusionen durch Aerosolbildung der Fall sein. Problematisch ist auch die Verwendung von Arzneimitteln, die zur Anwendung auf der Haut bestimmt sind (Dermatika). Viele Mittel zur äußeren Anwendung enthalten Wirk- stoffe mit gesundheitsgefährlichen Eigenschaften.

Sie können bei der Verabreichung von Medikamenten nicht vorsichtig genug sein. Prüfen Sie jetzt anhand der nachstehenden 9 Fragen in der Checkliste, ob Ihr Maßnahmenpaket vollständig ist.

Wichtig für Sie: Bei jeder mit „NEIN“ beantworteten Frage müssen Sie unverzüglich geeignete Schutzmaßnahmen festlegen und umsetzen.

Lassen Sie sich anhand der Packungsbeilage oder Fachinformation- en für Fertigarzneimittel bei einem Apotheker oder Arzt fachkundig über die enthaltenen Wirkstoffe beraten. Bei der Herstellung von Medikamenten müssen die Ausgangssubstanzen nach dem Gefahr- stoffrecht gekennzeichnet werden.

Gabriele Janssen

Experten-Tipps per E-Mail erhalten
Sichern Sie sich die besten Praxistipps zur Planung, Überwachung und ständigen Optimierung Ihrer Produktionsprozesse.

Datenschutzhinweis


 
 
Dieser Artikel ist nur für registrierte Nutzer zugänglich.