Neue ASR A4.3 „Erste-Hilfe-Räume, Mittel und ...
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Neue ASR A4.3 „Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe“ – Das müssen Sie jetzt beachten!

aerztin_vor_pc.jpg Anfang Dezember wurde die ASR A4.3 auf den Weg gebracht. Sie konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) an Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe sowie an Erste-Hilfe- Räume beim Einrichten und Betreiben von Arbeits- stätten.

Was Sie zukünftig benötigen

Wie bisher richten sich Art und Ausstattung sowie die Anzahl der Verband- kästen nach dem Tätigkeitsfeld und der Mitarbeiterzahl. Die nachfolgen- de Tabelle gibt Ihnen Auskunft darüber, was Sie wo benötigen:

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Einen großen Betriebsverbandkasten dürfen Sie durch 2 kleine Verband- kästen ersetzen.

Außerdem müssen Sie darauf achten, dass die Entfernung zum nächsten Verbandkasten nicht mehr als 100 m bzw. 1 Geschosshöhe beträgt. Es kann also aufgrund dieser Vorgaben sein, dass Sie mehr Verbandkästen benötigen, als die ASR A4.3 vorschreibt, weil Sie sonst diese Vorgaben nicht einhalten können. Das müssen Sie im Rahmen Ihrer Gefährdungs- beurteilung prüfen.

Wenn Sie von Anfang an mit kleinen statt großen Betriebsverband- kästen planen, können Sie ein weitaus größeres Netz an Erstver- sorgungsstellen über Ihr Unternehmen legen und steigern damit die Effizienz Ihrer Erste-Hilfe-Ausrüstung.

Über Meldeeinrichtungen nachdenken

In Abhängigkeit von der Gefährdungsbeurteilung müssen Sie sich Gedan- ken über mögliche Meldewege machen. Der Gedanke „Heute hat doch jeder ein Handy …“ reicht da nicht aus. Als ich vor kurzem eine im Aufbau befindliche Großbaustelle in idyllischer, ländlicher Lage besuchte, fragte ich auch nach den Alarmierungseinrichtungen für den Notfall. „Wir haben doch alle Handys“ ,entgegnete mir der Montageleiter. „So“, fragte ich, „und in welchem Netz telefonieren Sie?“ Das war ihm noch gar nicht aufgefallen.

Notruftelefone, andere funktechnische Anlagen oder Personen-Notsignal- anlagen können erforderlich sein. Das müssen Sie im Rahmen Ihrer Gefährdungsbeurteilung bedenken. Gerade dann, wenn Sie möglicher- weise ständig wechselnde Montagearbeiten erledigen oder Sie sogar Alleinarbeitsplätze in Ihrem Unternehmen haben.

Rettungstransport organisieren

Sie müssen jetzt prüfen, ob der öffentliche Rettungsdienst den ggf. erfor- derlichen Rettungstransport auch ausführen kann (was in der Regel der Fall sein wird) oder ob Sie eigene Rettungstransportkapazitäten bereit- stellen müssen.

Stellen Sie sich die Frage, ob der öffentliche Rettungsdienst seine Aufgabe am Ort des Unfalls ohne weitere Hilfsmittel durchführen kann. Nehmen Sie ggf. Kontakt zur zuständigen Rettungsleitstelle auf und klären Sie diese Frage ab. Meine Erfahrung ist, dass man dort gern behilflich ist.

Wenn Sie diese Frage mit „Ja“ beantworten können, dann sind keine weiteren Transportmittel von Ihnen bereit- zustellen. Wenn die Antwort „Nein“ oder Neue ASR A4.3 „Erste-Hilfe-Räume, Mittel und Einrichtungen zur Ersten Hilfe“ – Das müssen Sie jetzt beachten! „bin mir nicht sicher“ lautet – also der öffentliche Rettungsdienst nicht ohne weiteres Zugang zum Unfallgeschehen hat – müssen Sie geeignete Transportmittel be- reitstellen. Bei Arbeiten in großer Höhe kann dies beispielsweise der Fall sein. Als geeignete Transportmittel kommen dann Rettungstücher, Krankentransport-Hängematten, Tragen oder auch Schleifkörbe und andere Personenaufnahmemittel infrage.

Gerade bei Rettungsmaßnahmen unter besonderen Bedingungen kann das Bereitstellen weiterer Rettungsgeräte wie Spreizer, Rettungshub- geräte, Schneidgeräte, Abseilgeräte erforderlich werden. Hier kommt es wieder auf das Ergebnis Ihrer Gefährdungsbeurteilung an.

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