Neue Anforderungen an den Einsatz von Warnkle...
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Neue Anforderungen an den Einsatz von Warnkleidung

maennchen_mit_schraubenschluessel_und_koffer.jpg Im Rahmen der Kampagne „Risiko raus“ wurde jetzt eine überarbeitete Fassung der BGI 8591 „Warn- kleidung“ mit Regelungen für den Einsatz von Warnkleidung am Arbeitsplatz veröffentlicht.

Bei Gefährdungen von Personen durch Straßen- und Schienenfahrzeuge müssen Sie die Mitarbeiter mit Warnkleidung ausrüs- ten. Folgende Tätigkeiten gehören dazu:

■ Arbeiten außerhalb von Absperrungen oder neben dem Verkehrsbereich (Abfallsammlung, Straßenreinigung, Vermessungsarbeiten, Grünpflege, Winterdienst, Sicherung von Baustellen, Straßenbaustellen)

■ Arbeiten in Gleisanlagen von Schienenbahnen

■ Tätigkeiten bei der Durchführung des Bahnbetriebs

■ Instandsetzungs-, Abschlepp- und Bergungsarbeiten an Fahrzeugen auf öffentlichen Straßen

■ Instandsetzungsarbeiten an Fahrzeugen auf dem Werksgelände im Gefahrbereich des fließenden Verkehrs

■ Arbeiten in Containerterminals im Bereich des Verkehrs von Fahrzeugen, Flurförderzeugen und Hebezeugen

Gefahren beurteilen

Bevor Sie Warnkleidung auswählen und einsetzen, müssen Sie eine Ge- fährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG durchführen. Dabei müssen Sie Art und Umfang der Gefährdungen für Ihre Mitarbeiter am Einsatzort ermitteln und bewerten. Warnkleidung muss immer dann getragen werden, wenn die Erkennbarkeit Ihrer Mitarbeiter erhöht werden muss. Dies trifft auf jeden Fall für alle Arbeitssituationen zu, bei denen am Tag sowie bei Dämmerung und Dunkelheit die Gefahr des Übersehenwerdens besteht.

Ihre Gefährdungsbeurteilung kann zu dem Ergebniss führen, dass weitere Anforderungen an die Schutzkleidung festgelegt werden müssen. Dazu können gehören:

■ Schutz vor Einwirkungen durch Nässe, Wind, Kälte, UV-Strahlung

■ Schutz vor mechanischen Einwirkungen

■ Schutz vor chemischen Einwirkungen

■ Schutz vor Einwirkungen durch biologische Arbeitsstoffe

Tragepflicht und Unterweisung

Sobald Sie für Ihre Mitarbeiter geeignete Schutzkleidung ausgewählt haben, müssen Sie das Tragen dieser Kleidung anordnen. Dafür ist eine Betriebsanweisung als Basis am besten geeignet. Auf der Basis Ihrer Gefährdungsbeurteilung und dieser Betriebsanweisung müssen Sie die Mitarbeiter regelmäßig im Hinblick auf die Gefahren dieser Arbeit und den Umgang mit der Persönliche Schutzausrüstung unterweisen. Bei beson- ders gefährlichen Arbeiten im Straßenverkehr kann es erforderlich sein, diese Unterweisung häufiger als einmal pro Jahr durchzuführen!

Anforderungen an Warnkleidung

Die Anforderungen an „Warnkleidung – Prüfverfahren und Anforderungen“ legt die Norm DIN EN 471 für Schutzkleidung fest, die die Anwesenheit des Trägers visuell signalisieren soll. Warnkleidung soll den Träger bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen sowohl am Tag als auch beim An- strahlen durch Fahrzeugscheinwerfer in der Dunkelheit deutlich erkenn- bar machen. Um dies zu gewährleisten, sind Leistungsanforderungen an das farbige Hintergrundmaterial (Signalgelb, Signalorange), das retro- reflektierende Material (die Leuchtstreifen in Weiß, Gelb oder Silber)
sowie an die Mindestflächen und die Anordnung dieser Materialien genau festgelegt. Dass Warnkleidung der EN 471 entspricht, muss durch ein entsprechendes Etikett mit CE-Zeichen an der Kleidung erkennbar sein.

Bei der Arbeit im Freien und auf Baustellen treten in der Regel zusätzlich Klimabedingungen wie Nässe, Wind und Umgebungskälte auf, die den Wärmehaushalt des Körpers nachhaltig beeinflussen. Meist ist Warn- kleidung daher gleichzeitig auch als Schutzkleidung gegen klimatische Witterungseinflüsse ausgeführt.

FAZIT: Kaufen Sie keine Warnkleidung, ohne vorher eine Gefährdungs- beurteilung durchgeführt zu haben. Nutzen Sie zur richtigen Auswahl der Warnkleidung die Checkliste „Warnkleidung“ unter www.bwr-media.de. Sie enthält alle Anforderungen der BGJ 8591.

Holger Kück

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