Aufgegabelt: Wie Sie Arbeitsbühnen an Gabelst...
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Aufgegabelt: Wie Sie Arbeitsbühnen an Gabelstaplern sicher verwenden

maennchen_mit_zahnraedern.jpg Diese und ähnliche Szenen spielen sich im betrieb- lichen Alltag leider allzu oft ab, wenn mal rasch etwas zu montieren oder zu reparieren ist: Da soll z. B. eine Leuchte unter dem Hallendach ausgetauscht werden. Eine Leiter ist gerade nicht zur Hand oder das benötigte Werkzeug ist für das Arbeiten auf einer Leiter zu schwer. Flugs wird dann auf den Zinken eines Gabelstap- lers behelfsmäßig eine Palette befestigt, auf der der Monteur sich uner- schrocken hochfahren lässt – so sind Absturzunfälle vorprogrammiert. Vermeiden können Sie sie durch den Einsatz von geeigneten Arbeits- bühnen für Wartungs-, Reparatur- und Montagearbeiten, wenn Sie
dabei die folgenden Sicherheitsregeln beachten.

Verwenden Sie Arbeitsbühnen nur bei geeigneten Staplern

Damit die Kombination aus Arbeitsbühne und Stapler standsicher ist, muss dieser eine ausreichende Tragfähigkeit besitzen. Sie ist gegeben, wenn

• der Staplerhersteller die Aufnahme einer Arbeitsbühne ausdrücklich als bestimmungsgemäße Verwendung zugelassen (Betriebsanleitung oder schriftliche Erklärung) oder

• ein Sachverständiger die Standsicherheit der vorgesehenen Kombina- tion durch ein Gutachten bestätigt hat. Bei Frontgabelstaplern ist die Tragfähigkeit gegeben, wenn

• die Bodenfläche der Arbeitsbühne die Abmessungen einer Europalette (1.200 mm x 800 mm) nicht überschreitet,

• sich der Standplatz der mitfahrenden Person in Höhe der Gabelzinken befindet und

• die Tragfähigkeit des Staplers bei der Hubhöhe, die der Höhe der an- gehobenen Arbeitsbühne entspricht (Tragfähigkeitsdiagramm beachten!), mindestens 5-mal so hoch ist wie das Gewicht der Arbeitsbühne ein- schließlich der mitfahrenden Person und der Zuladung. Zum Ausgleich der „dynamischen“ Kräfte durch die sich in der Arbeitsbühne bewegenden Personen sollte aber eine Tragfähigkeit von 1.500 kg in jedem Fall die Untergrenze sein!

Verwenden Sie nur sichere Arbeitsbühnen

Sichere Arbeitsbühnen müssen diese Anforderungen erfüllen:

• Der Boden muss eben und rutschfest sein. Er darf keine Öffnungen von mehr als 15 mm Durchmesser haben, durch die etwa Werkzeug nach unten fallen kann.

• Zum Schutz gegen Absturz muss eine festmontierte Umwehrung (Hand- lauf, Knie- und Fußleiste) von mindestens 1 m Höhe vorhanden sein; die Fußleiste sollte nicht unter 15 cm hoch sein, um zu verhindern, dass Gegenstände herabfallen können.

• Eine Seite der Umwehrung sollte als Einstiegstür beweglich sein. Sie darf sich nur nach innen öffnen und muss im geschlossenen Zustand automatisch arretieren.

• Außerdem muss die Arbeitsbühne einen Rückenschutz gegen Quetsch- und Schergefahren durch den Hubmast (z. B. an den Kettenauslaufstellen) aufweisen. Geeignet ist etwa ein Gitter, das die gesamte Breite der Bühne abdecken und nicht unter 1,80 m hoch sein sollte. Durch die Gittermasch- en darf man nicht hindurchgreifen können.

• Die Arbeitsbühne sollte so gestaltet sein, dass sie von der Gabel des Staplers wie eine Flachpalette aufgenommen werden kann: Dazu dienen „Gabeltaschen“ unter dem Boden der Bühne, in die die Gabelzinken einge- fahren werden. So wird die Bühne gegen Umkippen oder Abheben bei Gewichtsverlagerungen gesichert.

• Schließlich muss noch das Verschieben oder Verrutschen der Bühne auf der Gabel zuverlässig verhindert werden. Dies geschieht mit geeigneten Befestigungsvorrichtungen wie z. B. Bügel, Klinken, Bolzen o. Ä.

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