Achtung beim Zerlegen von Elektrogeräten – so...
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Achtung beim Zerlegen von Elektrogeräten – so schützen Sie Ihre Mitarbeiter

receycling_haus.jpg Auch wenn elektronische Baugruppen nach außen einen sauberen Eindruck machen, herrscht beim Umgang mit diesen Komponenten ein erhöhtes Risiko. Batterien und Akkus, Kondensatoren, queck- silberhaltige Schalter etc. enthalten oft Substanzen, die krebserregend, fruchtschädigend oder giftig sind.

Besondere Gefahr droht, wenn es um den Ausbau und die Entsorgung von defekten Geräten geht, denn:

  • durch den Fehler kann es zu Zerstörungen gekommen sein, die ein Aus- treten von Giftstoffen möglich machen (explodierte Kondensatoren, zerborstene Bildröhren etc.), und
  • die nötige Sorgfalt beim Mitarbeiter ist nicht so hoch wie bei einem Gerät, das noch weiter in Betrieb verbleibt. Um den Ausbau zu be- schleunigen oder aus reiner Mutwilligkeit kommt es häufig zu weiteren Zerstörungen.

Mit diesen Schadstoffen müssen Sie rechnen

  • Azobenzole in LC-Displays: Einige Azobenzole sind als krebserregend beim Menschen eingestuft; der Hautkontakt muss vermieden werden.
  • Beryllium kann als Legierungsbestandteil z. B. von mechanischen Bauteilen vorkommen. Es erzeugt Hautveränderungen und ist krebs- erregend.
  • Blei als Bestandteil von Bildröhrenglas und Weichloten ist frucht-schädigend und giftig – Gefahr besonders für Schwangere und ihre ungeborenen Kinder.
  • Cadmium befindet sich in Akkus, Platinen usw. Beim Einatmen und Verschlucken ist es krebserregend und giftig.
  • Kobalt kann in Farbstoffen und Lackierungen vorkommen. Es kann sensibilisierend wirken und ist ebenfalls krebserregend.
  • Nickel kommt u. a. in Leiterplatten, Thermoelementen und in den Loch- masken von Bildröhren vor. Es kann sensibilisierend wirken; eingeatmeter Staub von Nickelverbindungen ist krebserregend.
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB) können in Kondensatoren enthalten sein. PCB wirken beim Menschen fruchtschädigend (entwicklungsschädigend) und beeinträchtigen möglicherweise die Fortpflanzungsfähigkeit.
  • Quecksilber ist in einigen Schaltern oder Leuchtstoffröhren enthalten und entwickelt Dämpfe, die giftig beim Einatmen sind.
  • Schließlich kann auch in den Geräten angesammelter Staub, der bei der Zerlegung der Geräte freigesetzt wird, die Atemwege schädigen, selbst wenn er keine weiteren Gefahrstoffe enthält.

Die Berufsgenossenschaften, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und andere Arbeitsschutzinstitutionen haben die Gefahr-stoffkonzentrationen an Zerlegear – beits plätzen für Elektroschrott untersucht. Dabei zeigte sich, dass von der Vielzahl der auftretenden Gefahrstoffe vor allem Cadmium und Blei kritische Werte erreichen können. Dasselbe gilt für Quecksilber, wenn entsprechende quecksilber- haltige defekte Bauteile am Arbeitsplatz vorkommen.

Wie hoch die Exposition der Beschäftigten tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten sind

  • das Alter und der Verschmutzungsgrad der Geräte,
  • der Gerätedurchsatz am Arbeitsplatz und pro Schicht,
  • die vorhandene Schutztechnik und
  • die individuelle Arbeitsweise.

Werner Böcker

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